Motorradtour vom 13.Juni
bis –20. Juni 2009
Eine Reise ins Erzgebirge und nach
Tschechien
Gesamtstrecke 2456 km
Der Wind der letzten Tage hat sich zum Glück gelegt.
Bei strahlendem Sonnenschein und relativ milden 13 Grad werden wir unsere Reise in den Osten beginnen können.
Eine letzte Tasse Kaffe und noch eine Zigarette, dann kann es losgehen.
Km.-St.: 0
12:00 Uhr
Den ersten Abschnitt unserer Reise sind wir auf der A6 Richtung Frankfurt und dann auf der A5 nach Darmstadt gefahren.
Ab Darmstadt geht es auf der B26 durch den Odenwald nach Aschaffenburg und weiter durch den Spessart Richtung Schweinfurt.
Jetzt machen wir Mittagspause in Arnstein, einer kleinen Stadt vor Schweinfurt. Die Straßen passen sich wunderbar der hügeligen Landschaft an.
Wir durchqueren Ortschaften mit wunderschönen Sandsteingebäuden.
Dann führt uns die Fahrt wieder durch Buchenwälder, die bei diesem sonnigen Wetter in einem ganz besonderen Licht erscheinen.
Km.-St.: 215
15:00 Uhr
Flößerfahrt auf der wilden Rodach nahe bei Hof in Schnappenhammer. Das Ganze sieht verdammt gefährlich aus.
Km.-St.: 358
20:00 Uhr
Bei Hof haben wir die Grenze zur ehemaligen DDR überschritten.
Unsere Fahrt ging weiter durchs Vogtland über Oelsnitz, Eibenstock und Aue nach Annaberg-Buchholz im Erzgebirge.
Von da ging es ziemlich steil mit einigen Serpentinen über Wolkenstein nach Marienberg.
Jetzt haben wir unser Ziel erreicht. Eine sehr gemütliche Ferienwohnung in einem ehemaligen landwirtschaftlichen Gut in Gebirge, einem Ortsteil von Marienberg.
Der Ort heißt wirklich so.
Km.-St.: 541
Sonntag 14. Juni 9:00 Uhr
Die Sonne hat uns wach gekitzelt. Nach einem opulenten Frühstück (die Reste reichen noch für die Tagesverpflegung) planen wir die heutige Tour zur Festung Königstein nahe Dresden.
Die Katze des Hauses fährt nachts heimlich Motorrad.
Die Fußspuren auf meiner Sitzbank haben sie verraten.
10:00 Uhr
Wir fahren über Marienberg durch Kalkwerk (Nomen est Omen) und folgen der Silberstraße über Sayda grobe Richtung Dresden.
Jetzt machen wir Halt inmitten eines beeindruckenden Windparks
Km.-St.: 570
11:00 Uhr
Altenburg haben wir hinter uns gelassen und machen jetzt kurz Rast an einem Wildpark bei Geising.
Zeit für eine Zigarette.
Km.-St.:611
14:30 Uhr
Festung Königstein
Wir haben uns die Festung mittels Audio-Guide erklären lassen.
Es handelt sich um eine 10Hektar große Anlage auf einem 361m hohen Tafelberg des Elbsandsteingebirges 240m über der Elbe.
Der Rundgang zieht sich über zwei Kilometer. Sie besteht seit 1241. Die Urkunde wurde von Wenzel dem Ersten auf dem Stein besiegelt.
Deshalb Königstein Sie war eine Königsburg und gehörte zu Böhmen. 1491 beim Vertrag von Eger fiel sie an Sachsen.
Nun erfrischen wir uns mit einer Fassbrause
Rot: Himbeere bzw Johannisbeere
Grün: Waldmeister
Km.-St.: 656
Mittagspause im Ort Königstein
16:15 Uhr
Lichtenhainer Wasserfall inmitten der sächsischen Schweiz
17:50 Uhr
Bastei: Felsenburg Neurathen an der Elbe
Die Felsenburg stammt aus dem Mittelalter und wurde im frühen 13. Jahrhundert aus dem Stein geschlagen. Sie hatte Bestand bis 1469.
Um die Burg herum gibt es herrliche Felsformationen, die zum Klettern genutzt werden.
Die steinerne Brücke ließ Friedrich August von Sachsen von 1850 bis 1851 bauen
Km.-St.: 727
21:30 Uhr
Nachdem wir gegen 20:00 Uhr unsere Ferienwohnung wieder erreicht hatten, machten wir uns , verschwitzt wie wir waren,
sofort auf den Weg ins Dorf, um noch etwas zu Essen zu kriegen bevor die Wirtschaften zumachen. Doch die hatten wahrscheinlich gar nicht aufgemacht.
Nach circa einer Stunde haben wir am Ende des weitläufigen Dorfes, fast am Waldrand, doch noch ein offenes Lokal gefunden. Jetzt haben wir uns das Essen wirklich verdient
War sehr gut und preiswert !
Km.-St.: 852
Montag 22. Juni 9:30 Uhr
Heute haben wir etwas länger geschlafen. Der Himmel ist wolkenverhangen.
Für heute ist eine Tour ins benachbarte Tschechien geplant.
10:45 Uhr
Wir fahren Richtung Oberwiesenthal auf schmalen Straßen durch dichte Fichtenwälder.
Hier im Grenzgebiet hat man das Gefühl, dass in manchen Ortschaften die Zeit stehen geblieben ist. Sehr gepflegt, aber doch ein etwas veralteter Stil.
Wir machen in Unterwiesenthal halt, um uns die Fichtelbergbahn anzusehen.
Km.-St.: 883
Übrigens, die motorradfahrende Katze entpuppte sich als Marder. Auf dem Hof gibt es gar keine Katze.
11:05 Uhr
Oberwiesenthal. Deutschlands höchstgelegene Stadt (914m) und Heimat von Jens Weisflog.
Km.-St.: 898
11:40 Uhr
Fichtelberg 1214m
12:20 Uhr
Tankstop an einem Globus Einkaufszentrum nahe Karlsbad. Kaum waren wir über die Grenze, sah man dass der Wohlstand an den Leuten hier bisher vorbeigezogen ist.
Viele Häuser sind dem Verfall preisgegeben. Die Straßen sind jedoch alle neu und super ausgebaut.
Auch an Verkehrskontrollen mangelt es nicht.
Km.-St.: 947
14:15 Uhr
Marienbad. Alter Glanz neu belebt. Die Häuser sind sehr liebevoll renoviert. Hier können auch heute noch Kaiser und König zur Kur kommen.
Wir genießen einen Kaffee an der Hauptstraße mit ihrem parkähnlichen Mittelstreifen.
Km.-St.: 1042
Natürlich haben wir vom Quellwasser getrunken. War ganz schön salzig.
19:40 Uhr
Von Marienbad sind wir wieder zurück nach Karlsbad (mit Stadtrundfahrt) und weiter nach Oberwiesenthal.
Da das Navi in Tschechien nicht funktioniert, durfte das natürliche Navigationssystem vorfahren.
Über Annaberg-Buchholz und Marienberg ging’s heimwärts. Unterwegs sind wir gut nass geworden.
Kein Wunder, schließlich sind wir durch Niederschlag gefahren.
Km.-St.: 1135
Dienstag 16.Juni 9:30 Uhr
Der Himmel ist heute grau in grau. Bestens geeignet für Museumsbesuche.
11:45 Uhr
Unser erstes Ziel für heute ist das Schloss Augustusburg nahe Chemnitz. Hier gibt es eine Greifvogelanlage mit Flugschau.
Wir sehen uns jedoch als erstes das Motorradmuseum an. Hier wird mit vielen eindrucksvollen Ausstellungsstücken die Entwicklung der Motorräder in Deutschland bzw. DDR gezeigt.
In den Anfangszeiten war das Motorradfahren noch wahres Abenteuer.
Nächste Ausstellung: Schlosskerker, Richter , Henker, Missetäter
Dann Jagd und Vogelkundemuseum.
Zum Schluss noch das Kutschenmuseum
Also Kultur pur. Sozusagen eine Kult-Tour.
Km.-St.: 1174
15:00 Uhr
Unter Dauerregen geht es weiter nach Dresden. Auch hier jede Menge Kultur
Km.-St.: 1260
20:00 Uhr
Solange wir in Dresden Besichtigungen machten, lachte uns die Sonne. Auf dem Heimweg erwischte uns dann der Regen wieder mit voller Kraft.
Frisch geduscht machen wir uns nun auf den Weg ins Waldeck zum Abendessen.
Km.-St.: 1347
Mittwoch 17. Juni 10:15 Uhr
Bei strahlendem Sonnenschein starten wir zur Nahbereichserkundung.
Erstes Ziel: Wolkenstein, circa 12 km von Marienberg
10:40 Uhr
Wir sind in Wolkenstein am Eisenbahnhotel. Hier wurde ein DDR-Zug zu einem Hotel umgebaut. Übernachtung und Frühstück im Schlafwagen für 19 Euro. Das Hotel ist ein beliebter Bikertreff.
Km.-St.: 1360
12:00 Uhr
Burg Scharfenstein
Nachdem wir das Spielzeugmuseum und die Ausstellung zur Geschichte der Burg angesehen haben, sind wir nun auf den Burgturm gestiegen und genießen die Aussicht auf die Zschopau (Fluss) und eine riesige leer stehende Fabrikanlage.
Km.-St.: 1377
15:00 Uhr
Weiter ging es von Scharfenstein nach Zschopau (Stadt), Zwönitz und Aue. Jetzt sind wir an der Eibenstocktalsperre, ein riesiges Trinkwasserreservoir.
Hier ist auch ein beliebter Bikertreff, sozusagen das „Johanneskreuz“ der Sachsen.
Km.-St.: 1438
17:15 Uhr
Vom Stausee fuhren wir weiter nach Jahanngeorgenstadt, direkt an der Grenze.
Von da wieder zurück über Schwarzenberg, Geyer und Wolkenstein, zum Teil durch wunderschöne Alleen.
Jetzt haben wir Gelegenheit in Kalkwerk anzuhalten. Das alte Kalkwerk dient nur noch als Museum, das neue steht jedoch gleich daneben.
Seit 1528 wird hier Kalk gewonnen. Die alten Brennöfen waren bis 1975 in Betrieb.
Km.-St.: 1547
Donnerstag 18. Juni 10:40 Uhr
Wir bewegen uns an der tschechischen Grenze entlang über Jöhstadt, Bärenthal Richtung Oberwiesenthal.
Km.-St.: 1577
11:00 Uhr
In Unterwiesenthal haben wir Gelegenheit die Fichtelbergbahn in Aktion zu erleben
Km.-St.: 1586
11:30 Uhr
Von Oberwiesenthal fahren wir über den Fichtelberg, Tellerhäuser, Zweibach und Ehrenzipfel nach Rittersgrün.
Hier tanken wir unsere Motorräder auf, bevor es weitergeht nach Johanngeorgenstadt.
Km.-St.: 1605
13:30 Uhr
Besucherbergwerk St. Christopherus in Breitenbrunn. Der Bergbau begann hier etwa um 1400.
Bis 1975 wurden verschiedene Erze wie Kupfer, Eisen Zinn, Arsen usw. abgebaut.
Km.-St.: 1610
14:25 Uhr
Passhöhe „Hefekloß“ : 1788 halbe Meter
Km.-St.: 1632
14:55 Uhr
Klingenthal im Vogtland. Die Grenzstadt ist ein bekannter Wintersportort.
Außerdem gibt es hier eine Schaumanufaktur für Akkordeons.
Km.-St.: 1663
15:50 Uhr
Götschtalbrücke bei Greiz im Vogtland. Die größte Ziegelsteinbrücke der Welt ist 574m lang und 78m hoch.
Von 1846 bis 1851 verbauten 1700 Arbeiter 26 Mio. Ziegelsteine für ihre Fertigstellung
Km.-St.: 1709
19:20 Uhr
Die Rückfahrt verlief sehr zügig über Zwickau, Stollberg, Geyer und Wolkenstein.
Km.-St.: 1817
Freitag 19. Juni 10:00 Uhr
Was machen wir heute??? Wir waren doch schon fast überall. Alles, nur kein Museum!!!
11:10 Uhr
Wir sind bei den Greifensteinen. Das sind Kletterfelsen in der Nähe von Geyer. Am Naturtheater Greifenstein konnten wir eine Probe zum Stück „Der gestiefelte Kater“ verfolgen.
Eine herrliche Kulisse.
Km.-St.: 1853
12:00 Uhr
Greifenbachstauweiher
Km.-St.:1857
Auf der Rückfahrt haben wir Freizeitbäder bzw. Thermen angesehen und uns entschieden ins Aqua-Marien in Marienberg zu gehen.
In der Ferienwohnung noch eine Kleinigkeit gegessen und dann die Badesachen gepackt.
Ein Herrliches Bad mit Bergwerksauna, Rutschbahnen, Solebecken usw. die Zeit hat nicht gereicht auch noch die Bowlingbahn oder Das Indoor Minigolf auszuprobieren.
War ein schöner erholsamer Nachmittag.
Km.-St.: 1910
Samstag 20. Juni 8:40 Uhr
Letztes Frühstück im Erzgebirge, dann geht es wieder nach Hause.
14:20 Uhr
Der Weg führt uns altbekannte Straßen entlang über Geyer, Schwarzenberg, Aue, Auerberg, Plauen und Hof Richtung Coburg.
Jetzt sitzen wir kurz vor Coburg in Sennefeld bei einem Kaffee.
Km.-St.:2133
16:20 Uhr
Zigarettenpause in Arnstein.
Km.-St.: 2242
17:50 Uhr
Beine vertreten in Miltenberg am Main.
Km.-St.: 2325
20:00 Uhr
Weiter ging’s durch den Odenwald über Michelstadt und Eberbach nach Heidelberg.
Von dort sind wir auf der Autobahn gefahren.
Verluste gab’s außer der Tachowelle von Joachims Motorrad keine. Die letzten drei Tage fuhr er ohne Geschwindigkeitsanzeige (-begrenzung) vollkommen frei. Meine Stummelbleistifte sind vollzählig wieder mit zurückgekommen und können beim nächsten Urlaub wieder verwendet werden.
Nach acht Tagen und 2456 km haben nicht nur die Reifen Gummi gelassen. Wegen der vielen Burg- Museums- und Bergwerksbesichtigungen ist es möglicherweise nötig die Stiefel neu besohlen zu lassen.
Fazit: Man kann in Deutschland schön Urlaub machen, und das Erzgebirge ist allemal eine Reise wert.
Km.-St.: 2456